Basiselemente

Barrierefreiheit im Corporate Design

Die DPDHL Group möchte hochwertige Services, Dienstleistungen und Produkte allen zugänglich machen – unabhängig von Fähigkeiten, Voraussetzungen und möglichen Beeinträchtigungen. Dies ermöglichen wir durch barrierefreie Elemente in unserem Corporate Design.

Barrierefreiheit im Corporate Design
  • Grundlagen
  • Lesbarkeit
  • Leserlichkeit
  • Kontrast & Oberflächen
  • Icons
  • User Interface

Grundlagen

Spezifische Anforderungen an verschiedene Medien haben Auswirkungen auf das Corporate Design. Das muss prinzipiell beachtet werden. Es ist unmöglich, definierte Standards auf sämtliche Gegebenheiten in gleichbleibender Qualität anzuwenden. Insofern ist dieser Guide als Handlungsempfehlung zu verstehen. Grundsätzlich sollte stets eine möglichst hohe Barrierefreiheit angestrebt werden.

Die DIN-Norm 1450 dient hier als Grundlage für die Beurteilung von Lesbarkeit und Barrierefreiheit in der Darstellung unseres Corporate Designs.

Bei Web-Anwendungen bedienen wir uns der Empfehlungen der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG).

Lesbarkeit

Grundlagen

Die Lesbarkeit definiert die Verständlichkeit von zusammenhängenden Texten. Neben den Inhalten wird sie maßgeblich durch die typografische Gestaltung von Texten beeinflusst.

Leichte Sprache

Wir streben eine einfache und klare Sprache an, damit unsere Inhalte von Kunden jedes Alters, jeder Kultur und jedes Bildungsgrades verstanden werden. Laut der UN-Behindertenrechtskonvention hat leichte Sprache das Ziel, Menschen mit Leseschwierigkeiten die Teilhabe an Gesellschaft und Politik zu ermöglichen. Die Ausdrucksweise der leichten Sprache zielt darauf ab, Inhalte möglichst einfach zu formulieren und dadurch leichter verständlich zu machen. Leichte Sprache folgt bestimmten Regeln. So werden ausschließlich kurze Sätze gebildet, jeder Satz enthält nur eine Aussage, Passivkonstruktionen werden gänzlich vermieden. 

Über den Einsatz von leichter Sprache sollte empfängerspezifisch entschieden werden.

Leserlichkeit

Grundlagen/Definition

Die Leserlichkeit wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband als spezifisches Wahrnehmen, Erkennen und Unterscheiden einzelner Buchstaben und Zeichen definiert.

Erkennbarkeit von Zeichen

Es sind mikrotypografische Details, die dafür sorgen, dass Buchstaben erkannt und unterschieden werden können. Bei der Gestaltung unserer Schrift Delivery spielten sie eine große Rolle. Durch eine eindeutige Form der Buchstaben, offene Punzen und markante Oberlängen lässt sich Delivery besonders gut für barrierefreie Medien verwenden.

Schriftgrößen

Empfehlungen bezüglich der Schriftgröße der DIN 1450 beziehen sich auf eine gesunde Sehschärfe von mindestens 70% (Visus ≥ 0,7). Für Menschen mit Sehbehinderungen wird die Multiplikation der angegeben Größen mit einem Faktor von 1,4 und 1,75 empfohlen (Visus 0,4 bis 0,5).

Zeilenabstand

Auch der Zeilenabstand bezieht sich nach Empfehlung der DIN Norm 1450 auf eine gesunde Sehschärfe von mindestens 70% (Visus  ≥ 0,7). Für Menschen mit Sehbehinderungen wird auch hier die Multiplikation der angegeben Abstände mit einem Faktor zwischen 1,4 und 1,75 (Visus 0,4 bis 0,5) empfohlen.

Kontrast & Oberflächen

Kontrast

Die DPDHL Group befolgt bei digitalen Anwendungen die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1, Stufe AA. Hiernach gilt als Untergrenze das Kontrastverhältnis von 4,5:1 (das entspricht einem Michelson-Kontrast von 0,6). Für Schriftgrößen unter 18 pt oder 14 pt bold ist ein Kontrastverhältnis von mindestens 7:1 (0,8 nach Michelson) einzuhalten.

Bei Offline-Anwendungen und insbesondere bei Printmedien ist stets auf ein optimales Kontrastverhältnis zu achten. Es empfiehlt sich, im Druck einen Michelson-Kontrast von 0,7 nicht zu unterschreiten.

Oberflächen

Die Beschaffenheit von Oberflächen beeinträchtigt durch Spiegelungen und Blendeffekte die Lesbarkeit, daher sind grundsätzlich matte Oberflächen zu verwenden. Glänzende Oberflächen sollten gänzlich vermieden werden, außerdem ist bei Printmedien auf Papiere mit ausreichender Opazität zu achten.

Icons

Der Einsatz von Icons kann die Kommunikation unterstützen und gegebenenfalls sogar textliche Hinweise ersetzen.

Für ein klares Verständnis ist eine eindeutige und prägnante Gestaltung wichtig. Grundsätzlich sind flächige Icons, wie wir in unserem Corporate Design verwenden, leichter zu erkennen als lineare Icons.

User Interface

Die DPDHL Group Component Library befolgt die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1, Stufe AA. Die folgenden vier Aspekte stehen hierbei im Vordergrund: 1. Die bereitgestellten Informationen sollten wahrnehmbar sein. 2. Interfaces sollten bedienbar sein. 3. Inhalte sollten verständlich sein. 4. Die Bedeutung der Inhalte sollte robust gegenüber Änderungen in der Art des Zugriffs sein.

 

Siehe auch:

 

Nutzung von Farbe und Kontrast

Ein guter Kontrast kann die Lesbarkeit für viele Nutzer erheblich verbessern. In den WCAG wird hierfür ein Kontrastverhältnis ermittelt. Dieser Zahlenwert entspricht der Differenz der relativen Luminanz zwischen dem Vordergrund und dem Hintergrund. Das maximal mögliche Kontrastverhältnis beträgt 21:1 bei schwarzen Elementen auf weißem Hintergrund (und umgekehrt). Laut den WCAG 2.1 (Stufe AA) gelten die folgenden Kontrastverhältnisse als Mindestwerte: 

Standardtext

4.5:1

Fettgedruckter Text (>18.5px/14pt)

3:1

Großer Text (>24px/18pt)

3:1

Interface-Steuerung und Icons

3:1

Der Aktiv-Zustand eines interaktiven Elements sollte nicht allein durch Farben gekennzeichnet werden. Das Interface sollte ohne die Unterscheidung von Farben bedienenbar sein. Dies lässt sich durch zusätzliche Indikatoren oder Kontraste erreichen.

Tastatursteuerung

Viele Nutzer sind auf eine Tastatursteuerung angewiesen oder bevorzugen diese zur Navigation einer Seite. Deshalb sollten alle interaktiven Elemente über eine Tastatureingabe steuerbar sein. Zu den häufigsten Tastaturbefehlen gehören: die Tabulatortaste zum Springen von einem zum nächsten aktivierbaren Element, die Entertaste zum Aktivieren von Links und Buttons oder zum Absenden von Formularen, die Pfeiltasten zum Navigieren zwischen verbundenen Elementen wie Menüpunkten oder Radio Buttons, die Leertaste zum Aktivieren von Toggle Buttons, erweiterten Menüs und Absendebuttons sowie die ESC-Taste zum Schließen von Modals, Popovers und Menüs.

Um dem Nutzer seine aktuelle Position auf der Seite anzuzeigen, benötigt jedes interaktive Element einen gut erkennbaren Aktiv-Zustand. Bei DPDHL Group Komponenten wird dieser durch eine dicke Umrandung dargestellt. Die Reihenfolge, in der einzelne Elemente aktiviert werden, sollte logisch nachvollziehbar und vorhersehbar sein.

Assistierende Techniken

Viele Nutzer sind im Internet auf Screenreader oder andere assistierende Techniken angewiesen. Ein gut strukturierter Code mit klarer Hierarchie, Landmark Roles, ARIA-Rollen (Accessible Rich Internet Applications), aussagekräftigen Beschriftungen und Multimedia-Textalternativen können das Nutzererlebnis erheblich verbessern. Testen Sie jede digitale Anwendung unbedingt mit den gängigen Screenreadern und auf unterschiedlichen Plattformen und Geräten.